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13. Juli 2026 · 6 Minuten Lesezeit

AVOD, SVOD, FAST und BVOD: Die Streaming-Modelle einfach erklärt

Was bedeuten AVOD, SVOD, FAST und BVOD? Alle Streaming-Modelle einfach erklärt, mit deutschen Beispielen und dem, was sie für deine Werbung bedeuten.

AVOD, SVOD, FAST und BVOD im Vergleich: die Streaming-Werbemodelle

Wer sich zum ersten Mal mit Streaming-Werbung beschäftigt, stolpert sofort über einen Buchstabensalat: AVOD, SVOD, FAST, BVOD, TVOD. Hinter den Kürzeln stecken schlicht verschiedene Geschäftsmodelle, also die Frage, wer für den Content bezahlt: der Zuschauer, die Werbung oder beide.

Für dich als Werbetreibenden ist das mehr als Theorie. Das Modell entscheidet, ob du auf einer Plattform überhaupt werben kannst, wen du dort erreichst und in welcher Stimmung die Zuschauer sind. Dieser Artikel erklärt alle Modelle mit deutschen Beispielen und zeigt am Ende, warum du dich zum Glück nicht für eines entscheiden musst.

Die Übersicht

ModellBedeutungWer zahlt?Beispiele in DeutschlandWerbung buchbar?
AVODAdvertising Video on DemandWerbungYouTube, Joyn (Free), Pluto TVJa
SVODSubscription Video on DemandAboNetflix (werbefrei), WOWNein (im werbefreien Tarif)
SVOD mit Werbe-TarifHybrid aus Abo und WerbungAbo plus WerbungNetflix, Disney+, Prime VideoJa
FASTFree Ad-Supported Streaming TVWerbungSamsung TV Plus, LG Channels, Rakuten TV, Pluto TVJa
BVODBroadcast Video on DemandAbo und/oder WerbungRTL+, JoynJa
TVODTransactional Video on DemandEinzelkauf/LeiheApple TV (Kauf/Leihe), Amazon Video StoreNein

AVOD: Kostenlos schauen, Werbung sehen

AVOD steht für Advertising Video on Demand: Der Zuschauer wählt seinen Content selbst aus (on demand) und schaut kostenlos, finanziert wird das Ganze über Werbung. Das bekannteste Beispiel ist YouTube, in Deutschland gehören auch der kostenlose Bereich von Joyn und Pluto TV dazu.

Für Werbetreibende ist AVOD attraktiv, weil die Reichweite groß ist und die Werbung zielgruppengenau ausgespielt werden kann. Der Zuschauer hat sich aktiv für einen Inhalt entschieden und schaut aufmerksam hin.

SVOD: Das klassische Abo-Modell

SVOD steht für Subscription Video on Demand: Der Zuschauer zahlt ein Abo und schaut dafür (ursprünglich) werbefrei. Netflix hat dieses Modell groß gemacht, WOW und Apple TV+ funktionieren ähnlich.

Für Werbetreibende war SVOD lange eine verschlossene Tür: kein Werbeplatz, keine Buchung. Genau das hat sich geändert, und zwar fundamental.

Der Gamechanger: SVOD mit Werbe-Tarif

Seit 2022 haben die großen Abo-Dienste günstigere Tarife mit Werbung eingeführt, in der Branche auch HVOD (Hybrid Video on Demand) genannt:

  • Netflix bietet "Standard mit Werbung" für 4,99 € im Monat an, mit rund vier Minuten Werbung pro Stunde.
  • Disney+ hat einen vergleichbaren werbefinanzierten Einstiegstarif.
  • Prime Video zeigt seit Anfang 2024 standardmäßig Werbung, ein werbefreier Zugang kostet Aufpreis. Damit ist ein sehr großer Teil der Prime-Nutzer ein erreichbares Werbeumfeld.

Das Ergebnis: Die reichweitenstärksten Premium-Plattformen Deutschlands sind heute Werbeträger. Inhalte, für die Zuschauer sich bewusst Zeit nehmen, kombiniert mit nicht überspringbarer Werbung auf dem großen Bildschirm. Dieses Umfeld gab es vor wenigen Jahren schlicht nicht zu kaufen.

FAST: Fernsehen wie früher, nur über das Internet

FAST steht für Free Ad-Supported Streaming TV. Anders als bei AVOD wählt der Zuschauer hier nicht einzelne Inhalte aus, sondern schaltet in laufende, kuratierte Kanäle, wie beim klassischen Fernsehen mit Programmschema, nur komplett kostenlos und über das Internet.

In Deutschland läuft FAST vor allem über die Kanäle der TV-Hersteller und Plattformen: Samsung TV Plus, LG Channels, Rakuten TV und Pluto TV. Die Kanäle sind auf Smart-TVs oft vorinstalliert und decken vom Nachrichten- bis zum Spartensender alles ab.

Für Werbetreibende ist FAST das "Lean-Back-Umfeld": Zuschauer lassen sich berieseln wie beim linearen TV, die Nutzung wächst seit Jahren zweistellig. Die Grenze zu AVOD ist dabei fließend, viele Plattformen wie Pluto TV bieten beides: lineare Kanäle und eine On-Demand-Mediathek.

BVOD: Die Streaming-Ableger der TV-Sender

BVOD steht für Broadcast Video on Demand, also die Streaming-Angebote klassischer TV-Sender. In Deutschland sind das vor allem RTL+ (RTL) und Joyn (ProSiebenSat.1). Beide kombinieren Live-TV, Mediathek und Originals, und beide sind werbefinanziert bzw. bieten Werbe-Tarife.

BVOD ist für den deutschen Markt besonders relevant, weil hier lokale Inhalte laufen: deutsche Serien, Shows und Live-Programm. Wer eine Zielgruppe erreichen will, die klassisches deutsches Fernsehen liebt, aber längst streamt, landet bei BVOD.

TVOD: Kaufen und Leihen

Der Vollständigkeit halber: TVOD (Transactional Video on Demand) meint Einzeltransaktionen, also Filme kaufen oder leihen, etwa im Apple TV Store oder Amazon Video Store. Werbung spielt hier keine Rolle, für deine Mediaplanung kannst du TVOD ignorieren.

Warum die Grenzen verschwimmen (und das gut für dich ist)

Die Lehrbuch-Trennung löst sich zunehmend auf. Netflix ist SVOD und Werbeträger zugleich. Joyn ist BVOD, AVOD und FAST in einem. Pluto TV ist FAST mit On-Demand-Bereich. Die Branche diskutiert die Kürzel, der Zuschauer merkt davon nichts: Er schaltet den Fernseher ein und schaut.

Genau so solltest du auch planen. Deine Zielgruppe verteilt sich über alle Modelle hinweg, je nach Tageszeit, Stimmung und Inhalt. Wer nur auf ein Modell setzt, verschenkt Reichweite.

Was heißt das für deine Werbung?

Als grobe Faustregel für die Planung:

  • SVOD mit Werbe-Tarif (Netflix, Disney+, Prime Video): Premium-Umfeld mit voller Aufmerksamkeit, ideal für Marken- und Imagewirkung.
  • BVOD (RTL+, Joyn): Deutsche Inhalte und Live-Momente, stark für breite Zielgruppen und regionale Kampagnen.
  • FAST und AVOD: Große, kostengünstige Reichweite über viele Nischenkanäle, gut zum Auffüllen der Nettoreichweite.

In der Praxis musst du diese Entscheidung aber nicht kanalweise treffen: Über onescreen buchst du eine Kampagne über mehr als 40 Streamingdienste hinweg, von Netflix über RTL+ bis zu FAST-Kanälen. Du definierst Zielgruppe, Region und Budget (onescreen-Kampagnen starten ab 1.000 €, einzelne Premium-Streamer haben eigene, teils höhere Mindestbudgets), die Ausspielung verteilt sich über die Modelle, und im Live-Dashboard siehst du, welche Umfelder liefern. Die Modell-Frage beantwortet sich dann von selbst: mit Daten statt mit Kürzeln.

Du willst sehen, welche Plattformen für deine Zielgruppe infrage kommen? Buche eine kostenlose Demo, wir zeigen dir den kompletten Überblick in 30 Minuten.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen AVOD und FAST? Beide sind werbefinanziert und kostenlos. Bei AVOD wählt der Zuschauer Inhalte selbst aus (on demand), bei FAST schaut er lineare, kuratierte Kanäle mit festem Programmschema, wie klassisches Fernsehen über das Internet. Viele Plattformen wie Pluto TV kombinieren inzwischen beides.

Was ist der Unterschied zwischen AVOD und SVOD? AVOD ist kostenlos und werbefinanziert, SVOD ist ein bezahltes Abo, ursprünglich werbefrei. Die Grenze verschwimmt: Netflix, Disney+ und Prime Video bieten heute günstigere Abo-Tarife mit Werbung, ein Hybrid aus beiden Modellen.

Kann man auf Netflix, Disney+ und Prime Video werben? Ja. Alle drei zeigen in ihren werbefinanzierten Tarifen Werbung. Über onescreen sind diese Umfelder zusammen mit über 40 weiteren Streamingdiensten buchbar. onescreen-Kampagnen starten ab 1.000 €, das konkrete Mindestbudget je Premium-Streamer siehst du im Ad Manager.

Was sind FAST-Kanäle in Deutschland? Kostenlose, werbefinanzierte Streaming-Kanäle mit festem Programm, zum Beispiel auf Samsung TV Plus, LG Channels, Rakuten TV oder Pluto TV. Sie sind auf vielen Smart-TVs vorinstalliert.

Welches Streaming-Modell ist das beste für Werbung? Keines allein. Die Zielgruppe verteilt sich über alle Modelle, deshalb plant man Streaming-Kampagnen am besten modellübergreifend nach Zielgruppe, Region und Budget statt nach Kürzeln.

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